Aus dem Schatten der Erinnerung

Der Nationalsozialismus, bemerkte der Auschwitz-Überlebende Primo Levi im Jahr 1990, habe seine Verbrechen in strikter Geheimhaltung verübt und dabei getrachtet, die Erinnerung an die Opfer auszulöschen.

Am 71. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz setzten die Salzburger FreiheitskämpferInnen gemeinsam mit dem Personenkomitee Stolpersteine Salzburg, dem KZ-Verband/VdA Salzburg, der Israelitischen Kultusgemeinde und dem Stadtarchiv Salzburg ein Zeichen gegen dieses „Vergessen“.

Bei der Gedenkveranstaltung am Antifaschistischen Mahnmal in der Stadt Salzburg wurde diesmal die Rolle der Frauen im Widerstand in den Fokus gerückt. Frauen nehmen zwar einen wichtigen Platz in der Widerstandsgeschichte ein, viele sind jedoch bis heute kaum bekannt und scheinen nur selten in schriftlichen Quellen auf.

Das familiäre Umfeld und die Lebenszusammenhänge waren dabei oft prägend, ob und wie sich Widerstand zeigte. „Dieser Widerstand war einer des Wortes, der Haltung, aber auch des Gewissens“, so die Politologin Barbara Wolf-Wicha in ihrer Festrede.

Neben den Widerstandskämpferinnen wurde an jene Frauen erinnert, die wegen „verbotenen Umgangs“ mit Ausländern, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern öffentlich geschmäht und gedemütigt wurden. So auch jene Frauen, die ihre Haftstrafe im Zuchthaus Aichach (Bayern) verbüßten und die sich nach ihrer Entlassung wegen der öffentlichen Schande nicht mehr in ihre Heimatgemeinden zurückwagten.

Linktipp: Hier finden Sie die vollständige Rede von Barbara Wolf-Wicha.

holocaust-gedenktag-2016

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