Gedenkfeier in Goldegg 2015

Wir erinnerten uns gestern an jene Menschen, die Courage bewiesen, nicht wegsahen und den Terror nicht unwidersprochen hinnahmen. Menschen, die ein Beispiel gaben und Mut machten.

Vor 71 Jahren wurde der kleine Weiler Goldegg-Weng von den Schergen des NS-Regimes heimgesucht. Dutzende Männer und Frauen sind in Folge dieser Razzia verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt worden, weil sie ihre Söhne, Ehemänner, Freunde und Nachbarn versorgt und nicht verraten hatten. Insgesamt waren vierzehn Todesopfer zu beklagen.

Bei seiner Gedenkrede richtete Abg.z.NR a. D. Johann Maier sein Augenmerk auf weitere Gräueltaten, die in den letzten Kriegstagen im Jahr 1945 verübt wurden.

So wurde beispielsweise der Obergefreite Schoetz am 11. Mai 1945 (!) von seiner eigenen Truppe in Mariapfarr erschossen, „da er sich Tage davor davongemacht hatte“, wie „Der Spiegel“ in seiner Ausgabe vom 17. November 1949 berichtete.

Unfassbares trug sich auch in Schellingwoud (nahe Amsterdam) zu: Fünf Tage nach der Kapitulation Nazideutschlands hatte dort die kanadische Armee nichts Besseres zu tun, als Handlanger der deutschen Kriegsgerichte zu spielen. Sie beteiligte sich aktiv an der Hinrichtung von zwei deutschen Deserteuren der Reichskriegsflotte.

Nähere Informationen über das Schicksal der Goldegger Deserteure und über aktuelle zeitgeschichtliche Bildungsangebote findet man hier.

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